Unsere Projekte

So engagieren wir uns für den Erhalt der Natur

Wir vom NABU Hermannsburg-Faßberg engagieren und schon seit vielen Jahren in einer Vielzahl von Projekten ganz konkret vor unserer Haustür. Vom Erhalt von bedrohten Lebensräumen und Arten bis zum praktischen Umweltschutz reicht dabei die Palette unserer Aktivitäten. Auf den folgenden Seiten zeigen wir Ihnen was wir tun und wie auch Sie uns unterstützten können.

Streuobstwiese

Streuobstwiese, reaktiviert!

 

Bald ist es so weit und die Obstbäume dürfen auf der neuen-alten Wiese einziehen. Für unsere 16 geplanten Bäume haben wir schon einige Menschen gefunden, die einen Baum stiften. Zu einer Stiftung gehört der gewählte Baum, ein Namensschild und die Ernte-Erlaubnis für das Obst. Über unseren Kontakt können sie auch noch einen Baum stiften! Verschönern sie Hermannsburg und helfen sie Insekten und Vögel zu unterstützen. Gerne können sie auch bei der Pflanzung der Bäume dabei sein und tatkräftig mit anpacken. So können sie auch sehen, wo ihr Baum einen Platz bekommt.

Obstbäume Spender

Apfel                                         Gespendet

Altmärker Goldrennette          RH   

Celler Dickstiel                         KB       

Pommerischer Krummstiel

Gold Parmäne                           JW        

Gelbe Richard

Holsteiner Cox                           BD

Prinz Albrecht v. Preußen        RJL

Stahls Winterprinz

Adams Parmäne

Altländer Pfannkuchenapfel

Birnen

Schneiders Später Knörpelkirsche

Kronprinz zu Hannover

Birnen

Brauner Kaiser                           GS

Herzogin Elsa                              DT

Pflaumen

Anna Späth

Graf Althaus Reneclode

Das Biotop Sandkuhle am Haus der Natur

2007/08 hat die NABU-Gruppe Hermannsburg/Faßberg erstmals damit begonnen, die aufgelassene Sandkuhle in Oldendorf am Haus der Natur, die mit Erlen, Eichen, Kiefern, Weiden und Birken zugewachsen war, wieder auszulichten. 2009 kam erstmals der Gedanke auf, den Oberboden der Sandkuhle abzuschieben, denn  zwei seltene Pflanzen der „Roten Liste“, der Fadenenzian (Cicendia filiformis)  und der Zwerglein (Radiola linoides)  waren in der Kuhle gefunden worden. Die Orts-Gruppe Hermannsburg/Faßberg des NABU hat in Absprache mit dem Amt für Naturschutz Celle und mit Hilfe des NLWKN diesen Pflanzen, die speziell auf solche seltenen Lebensräume wie diese Sandkuhle angewiesen sind, einen Wuchsraum geschaffen. Es sollte ein Biotop für Kreuzkröten und ein Teich für Zwergbinsen-Gesellschaften entstehen.  Die durchgeführten Maßnahmen wurden  in 2010 erstmals von Dr. Th. Täuber vom NLWKN begutachtet. Auch der Landschaftsarchitekt Prof. Dr. Th. Kaiser, Honorarprofessor der Universität Lüneburg,  hat die Kuhle mehrfach besucht. Beide waren von der guten Entwicklung des Geländes begeistert.

 

Inzwischen haben wir die Sandkuhle schon mehrfach ausgeschoben, und es haben sich noch weitere sehr seltene Pflanzen angesiedelt, die jeden Aufwand lohnen.  Jetzt findet man hier:

Fadenenzian (Zindelkraut) (Cicendia filiformis).

Der Schmalblättrige Fadenenzian wächst als einjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 1 bis 10 Zentimetern. Die Stängel sind grün, im unteren Bereich bräunlich. Er gehört zur Familie der Enziangewächse. In Deutschland kommt Cicendia filiformis nur selten vor.  Sie wurde 1996 in der Roten Liste der Pflanzen Deutschlands in Kategorie 1 = „von vollständiger Vernichtung bedroht“ eingestuft. Es gibt wahrscheinlich nur noch eine andere nachgewiesene Stelle in Niedersachsen in der der Fadenenzian wächst.

Ein relativ großer Bestand an Zwerglein (Radiola linoides) steht in der Sandkuhle. Wahrscheinlich der einzige Bestand im Landkreis Celle. Es handelt sich um eine  1 bis 10 cm große Blütenpflanze mit dünnen kahlen Stängeln. Er gehört zur Familie der Leingewächse, worauf der Name bereits hinweist.  In Deutschland kommt die Art nur selten vor. In der Roten Liste ist die Pflanze in der Kategorie  2 = „stark gefährdet“ eingestuft.

Die Quirlige Knorpelmiere (Illecebrum verticillatum) aus der Familie der Nelkengewächse ist in der Sandkuhle mit einigen einzelnen Exemplaren vertreten.

Das Knorpelkraut ist eine einjährige krautige Pflanze. Alle Pflanzenteile sind kahl. Die niederliegenden, einfachen oder am Grund verzweigten Stängel sind meist 5 bis 30 Zentimeter lang, dünn, vierkantig und meist rot.  Vier bis sechs Blüten stehen in blattachselständigen Knäueln zusammen. Das Knorpelkraut gedeiht auf Sandäckern und feuchten Standorten: nährstoffreichen, kalkarmen, sauren und lehmigen Sandböden. Es gilt in Deutschland als gefährdet, Rote Liste Kategorie 3.

 

 In einem der  Wasserlöcher wurde der Gewöhnliche Wasserschlauch (Utricularia vulgaris) entdeckt. Es ist eine fleischfressende Wasserpflanze. Berühren Kleintiere die als Hebel dienenden Klappborsten, z.B. beim Fressen der auf diesen haftenden Bakterienfäden, so schnappt die Klappe nach innen, und die Tiere werden mit dem umgebenden Wasser in den Fangschlauch gesogen. Der Vorgang dauert nur 2 Millisekunden und stellt somit eine der schnellsten Bewegungen im Pflanzenreich dar. Anschließend erfolgt die Verdauung und erneutes Auspumpen der Fangdrüse. In Deutschland steht der Gewöhnliche Wasserschlauch auf der Roten Liste Kategorie 3 = „gefährdet“.

Der Gemeine Hirschsprung (Corrigiola litoralis)  gehört zur Familie der Nelkengewächse. Er ist 2016 und 2017 hier leider nicht mehr gesehen worden. Wir gehen aber davon aus, dass wir ihn irgendwann wieder entdecken werden. Der Gewöhnliche Hirschsprung besiedelt gerne feuchte Sandstandorte an Flussufern und andere offene, wechselnasse Pionierfluren. Er wächst als kahle, einjährige krautige Pflanze, die am Grund reich verzweigt ist. Die niederliegenden Stängel erreichen Längen von meist 7 bis 25, selten bis zu 50 Zentimetern. Die Wuchsform ähnelt oft flachen, auf dem Boden aufliegenden Polstern. Die Pflanze hat eine blau- bis graugrün Farbe. Sie steht auf der Roten Liste Kategorie 3 = „gefährdet“.
Alle hier genannten Pflanzen haben eine Gemeinsamkeit. Sie wachsen am liebsten in feuchtem, nährstoffarmem, leicht torfigem Sand oder Heideboden, der bei hohem Wasserstand im Winter möglichst mit weitgehend klarem Wasser vollständig überstaut ist, während er im Sommer vollständig trocken fällt. Man findet sie entlang von Teichrändern in Sandkuhlen und Steinbrüchen. Diese Standort-Bedingungen findet man nicht mehr so häufig. Hier in unserer Sandkuhle sind sie gegeben, so lange wir im Rhythmus von zwei Jahren den Sandboden durch abschieben frei halten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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